Trier/Rheinland-Pfalz – Der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) hat am 9. September einen Förderbescheid in Höhe von knapp 1,06 Millionen Euro an den ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde (VG) Ramstein-Miesenbach, Marcus Klein, übergeben. Mit dem Fördergeld soll ein 24 Meter hoher Aussichtsturm im Naturraum der Westricher Moordniederung entstehen und damit den sogenannten „Kranichwoog“ südlich von Hütschenhausen für Besucher erlebbar machen.
Ein neuer Lebensraum für Vogel-, Amphibien-, Insekten und Pflanzenarten – das ist das Ziel des „Kranichwoog“, einem Naturschutzprojekt, das der NABU Rheinland-Pfalz und der Landkreis Kaiserslautern südlich von Hütschenhausen geschaffen haben. Es besteht aus zwei großen und drei kleineren Wasserbecken mit zusammen knapp sechs Hektar Fläche. Umgeben von einem Weidegürtel mit rund 40 Hektar Fläche, finden hier auch die Rinder eines nahegelegenen Landwirtschaftsbetriebs ausreichend Futter.
„Mit dem neuen Aussichtsturm kann dieses Naturschutzprojekt von landesweiter Bedeutung in Zukunft für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht werden“, erklärte ADD-Präsident Thomas Linnertz „Dabei wird der Turm nicht nur ein wichtiger Anziehungspunkt für die Naherholung sein, sondern auch dazu beitragen, für die wichtigen Naturschutzprojekte vor Ort zu sensibilisieren.“
Da die Wasserflächen durch Weideflächen und Zäune umgeben und nur schwer zugänglich sind, ist in dem ebenen Gelände eigentlich kein Überblick über das Areal der umgebenden Moorniederung möglich. Das soll der neue Aussichtsturm am Nordrand des Projektgebietes ändern. Eingebunden in einen Erlebnisweg, bietet sich so eine Besuchs- und Besichtigungsmöglichkeit für alle Interessierten, ohne die Naturschutzziele im Areal zu gefährden. Gleichzeitig sollen Hinweistafeln in deutscher und englischer Sprache zu naturschutzfachlichen Fragen sowie zum Projekt selbst informieren.
LEADER: Mittel aus einer Förderung der Europäischen Union
Das Fördergeld stammt aus Mitteln der Europäischen Union (EU). Mit dem sogenannten LEADER-Ansatz unterstützt die EU bereits seit 1991 modellhafte Vorhaben im ländlichen Raum. Die Abkürzung LEADER steht für „Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale“ (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Die Förderung solcher Vorhaben ist in entsprechenden LEADER-Aktionsgebieten möglich.
In der laufenden EU-Förderperiode 2014-2022 werden in Rheinland-Pfalz 20 LEADER-Regionen unterstützt. Die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach gehört zum Gebiet der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Westrich-Glantal. Seit dem Jahr 2016 wurden hier bereits rund 3,1 Millionen Euro Fördermittel für 45 LEADER-Vorhaben durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) bewilligt.
Weitere Informationen zu LEADER finden Sie auf www.eler-eulle.rlp.de.