Gymnasium

  • Aufnahme
    Voraussetzung für die Aufnahme in die Klassenstufe 5 ist der erfolgreiche Besuch der Grundschule. Ein Wechsel von anderen Schularten der Sekundarstufe I ist insbesondere nach dem Besuch der Orientierungsstufe möglich – entweder durch eine Empfehlung der bisherigen Schule oder durch eine Aufnahmeprüfung oder eine Probezeit.

  • Pädagogisches Angebot
    Das Gymnasium führt zur allgemeinen Hochschulreife bzw. nach der 10. Klasse zum qualifizierten Sekundarabschluss I. Die Schulzeit dauert entweder neun Jahre oder an G8GTS-Gymnasien acht Jahre in Verbindung mit einem verpflichtenden Ganztagsangebot nach der Orientierungsstufe. Die Klassenstufen 5 und 6 werden als pädagogische und organisatorische Einheit (Orientierungsstufe) geführt. Die Klassenstufen 6 bis 10 am 9-jährigen Gymnasium sowie 5 bis 9 beim 8-jährigen Gymnasium werden der Sekundarstufe I zugeordnet. Die Sekundarstufe I vermittelt auch den qualifizierten Sekundarabschluss I, der zum Eintritt in studien- und berufsbezogene Bildungsgänge berechtigt. Die Klassenstufen 11 bis 13 bzw. 10 bis 12 beim 8-achtjährigen Gymnasium werden der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe) zugeordnet.

    Das Gymnasium vermittelt eine wissenschaftliche Grundbildung und Methoden, die zur Vorbereitung auf ein Studium oder für den Einstieg in eine qualifizierte Berufsausbildung dienlich sind. Dabei sichern die Pflichtfächer eine breite Grundbildung in Mathematik, Naturwissenschaften, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sowie in musischen Fächern und Sport. Dazu gehört auch der Unterricht in mindestens zwei Fremdsprachen, wobei sich die Schülerinnen und Schüler in der 5. Klasse je nach Angebot der einzelnen Schulen zwischen Englisch, Französisch oder Latein entscheiden müssen.

  • Abschlüsse
    Die allgemeine Hochschulreife (Abitur) wird am 9-jährigen Gymnasium nach der Jahrgangsstufe 13 und am G8GTS-Gymnasium nach der Jahrgangsstufe 12 erreicht. Unter besonderen Umständen kann das Gymnasium auch mit anderen Abschlüssen als dem Abitur verlassen werden: Schulischer Teil der Fachhochschulreife (frühestens nach der vorletzten Jahrgangsstufe; zum vollständigen Erwerb der allgemeinen Fachhochschulreife ist ein anschließendes einjähriges gelenktes Praktikum notwendig); qualifizierter Sekundarabschluss I (am Ende der Jahrgangsstufe 10) oder Abschluss der Berufsreife (am Ende der Klassenstufe 9).  

  • Übergänge
    Das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife berechtigt grundsätzlich zum Studium an Fachhochschulen, Hochschulen und Universitäten. (Im Einzelfall können zusätzliche Aufnahmevorsetzungen notwendig sein). Nach erfolgreichem Besuch der Jahrgangsstufe 10 können Angebote des berufsbildenden Systems wie die Fachoberschule an der Realschule plus, die höhere Berufsfachschule oder das berufliche Gymnasium wahrgenommen werden.

  • Besondere Angebote
    Rheinland-Pfalz unterhält mehrere Gymnasien mit besonderen pädagogischen Schwerpunkten wie Musik, Sport oder Kunst. Ebenso gibt es landesweit Gymnasien mit zweisprachigen Zügen, dem gleichzeitigen Erwerb der deutschen und der französischen Hochschulreife, einem erweiterten Unterrichtsangebot in Bildender Kunst, Musik oder Sport, Projektklassen zur Förderung von begabten Schülerinnen und Schülern sowie vier Schulen für Hochbegabtenförderung/Internationale Schulen. 

Gymnasium Oberstufe

  • Aufnahme
    Die gymnasiale Oberstufe (Mainzer Studienstufe) wird an Gymnasien und Integrierten Gesamtschulen angeboten. (Zusätzlich gibt es an berufsbildenden Schulen ein differenziertes Angebot an beruflichen Gymnasien.) Sie kann von Schülerinnen und Schülern besucht werden, die im neunjährigen Gymnasium das Versetzungszeugnis in die Jahrgangsstufe 11 bzw. im achtjährigen Gymnasium in die Klassenstufe 10 erhalten haben.

    Schülerinnen und Schüler einer Integrierten Gesamtschule oder einer Realschule plus können die gymnasiale Oberstufe besuchen, wenn sie die Klassenstufe 10 mit einem bestimmten Notenschnitt abgeschlossen haben oder eine Aufnahmeprüfung bestehen. Ebenso steht Absolventinnen und Absolventen einer zweijährigen Berufsfachschule sowie von privaten Realschulen unter bestimmten Voraussetzungen der Weg in die gymnasiale Oberstufe offen.

  • Pädagogisches Angebot
    Die gymnasiale Oberstufe dauert drei Jahre und gliedert sich in eine Einführungsphase und eine Qualifikationsphase. Dabei werden die Fächer als Leistungsfächer und Grundfächer unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler wählen zu Beginn der Oberstufe drei Leistungsfächer. Diese vermitteln ein vertieftes Verständnis sowie spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten. Weiterhin belegen die Schülerinnen und Schüler mindestens sechs Grundfächer, die eine breite Grundbildung sicherstellen.

  • Abschlüsse
    Die Schülerinnen und Schüler erhalten nach erfolgreicher Abiturprüfung die allgemeine Hochschulreife.

  • Übergänge
    Mit der allgemeinen Hochschulreife kann an allen Hochschulen in der Bundesrepublik Deutschland ein Studium aufgenommen werden.

Integrierte Gesamtschulen

  • Aufnahme
    Voraussetzung für die Aufnahme in die Klassenstufe 5 ist der erfolgreiche Besuch der Grundschule. Falls die Zahl der Anmeldungen die der möglichen Plätze übersteigt, entscheidet ein geregeltes Auswahlverfahren in Leistungsgruppen.

  • Pädagogische Angebote
    Die Integrierte Gesamtschule umfasst die Bildungsgänge Berufsreife und qualifizierter Sekundarabschluss I sowie den gymnasialen Bildungsgang. Die Klassenstufen 5 und 6 werden als pädagogische und organisatorische Einheit geführt. Auch nach der leistungsbezogenen Kursbildung ab Klassenstufe 7 findet weiterhin ein Teil des Unterrichts im Klassenverband statt.

    Das Fächerangebot unterteilt sich in drei Bereiche:
    •Pflichtbereich mit den Fächern: Religion/Ethik, Deutsch, Englisch, Mathematik, Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften (Biologie, Physik, Chemie), Musik und Bildende Kunst, Sport und Klassenstunde, in der der Klassenrat regelmäßig tagt.

    •Wahlpflichtbereich mit den Fächern: Zweite Fremdsprache (Französisch oder Latein) und bildungsübergreifenden Wahlpflichtfächern aus den Themenfeldern Arbeit und Wirtschaft, Naturwissenschaft und Technik, Handwerk und Künste sowie Gesundheit und Sport

    •Wahlfreier Bereich mit den Fächern: 3. Fremdsprache, weitere Wahlfächer wie zum Beispiel Chor/Orchester, Sport, Arbeitsgemeinschaften und Förderunterricht

    Ab Klassenstufe 7 setzt in den Fächern Mathematik und 1. Fremdsprache und später im  Fach Deutsch und in den Naturwissenschaften eine Leistungsdifferenzierung auf verschiedenen Kursniveaus ein, so dass Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrem individuellen Leistungsvermögen unterrichtet und vor allem gefördert werden können.

  • Abschlüsse
    Die Integrierte Gesamtschule vergibt folgende Abschlüsse: den Abschluss der Berufsreife nach erfolgreichem Besuch der Klassenstufe 9, den qualifizierten Sekundarabschluss I nach erfolgreichem Besuch der Klassenstufe 10, den schulischen Teil der Fachhochschulreife (Zum vollständigen Erwerb der allgemeinen Fachhochschulreife ist ein anschließendes einjähriges gelenktes Praktikum notwendig.) und die allgemeine Hochschulreife nach dem erfolgreichen Besuch der Klassenstufe 13

  • Übergänge
    Der erfolgreiche Besuch der Klassenstufe 9 ermöglicht den Übergang in eine berufliche Ausbildung oder den Besuch der Berufsfachschule I. Ein erfolgreicher Besuch der Klassenstufe 10 berechtigt zum Übergang in eine höhere Berufsfachschule. Ein besonders erfolgreicher Abschluss der Sekundarstufe I eröffnet die Möglichkeit an eine Fachoberschule, eine gymnasiale Oberstufe oder ein berufliches Gymnasium zu wechseln. Das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife berechtigt grundsätzlich zum Studium für alle Fachrichtungen der Hochschulen.

  • Besondere Angebote
    In Rheinland-Pfalz gibt es mehrere Integrierte Gesamtschulen mit besonderen Angeboten. Sie gehören zum Beispiel zu den „Eliteschulen des Fußballs“, kooperieren mit Theatern und Hochschulen, engagieren sich als „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“, zeichnen sich als „Modellschule für Partizipation und Demokratie“ aus oder aber sind Mitglied im internationalen Netzwerk der „UNESCO-Projektschulen“.