Sprach- und Weiterbildungskurse für erwachsene Menschen mit Migrationshintergrund

Das Land Rheinland-Pfalz gewährt seit 2002 eine Förderung zur Durchführung von Kursen zur sprachlichen, persönlichen, kulturellen, beruflichen und sozialen Integration für Migrantinnen und Migranten. Teilnehmen können alle erwachsenen Menschen mit Migrationshintergrund, unabhängig von Herkunft, rechtlichem Status oder bisheriger Aufenthaltsdauer.

Zum 01.01.2005 trat das Zuwanderungsgesetz des Bundes in Kraft. Danach werden vom Bund über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Zuwendungen für Migrationskurse gewährt, die sich vornehmlich an Neuzuwanderer richten.

Unbeschadet dessen werden, als zentrale Maßnahme ergänzender Förderung im Bereich der Migration, weiterhin Landeszuwendungen des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz (MFFJIV) durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) gewährt. Auf folgendes wird hingewiesen:

  • Personen mit einer Teilnahmeberechtigung für einen Bundeskurs (Bestätigung nach dem Zuwanderungsgesetz) dürfen auch an vom Land geförderten Kursen teilnehmen.
  • Die Anzahl dieser Personen darf maximal die Hälfte der Kursteilnehmer und nicht mehr als 8 Personen pro Kurs umfassen.
  • Für diese Personen haben die Kursträger vor Beginn der Maßnahme eine KO-Finanzierung beim BAMF zu beantragen, die dann als Einnahme für den Landeskurs einzusetzen ist. Damit soll die Möglichkeit eröffnet werden, in Regionen mit geringem Ausländeranteil Kurse durchführen zu können bzw. Teilnehmer in einer für sie günstigeren Lerngruppe zu unterrichten.
Antragsfrist

Förderanträge zur Migrationsförderung sind bis zum 01. März jeden Jahres einzureichen bei der

Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion

Referat 24

Postfach 13 20
54203 Trier

Hinweise

  • Sofern mehrere Kurse beantragt werden, ist die Beilage einer Prioritätenliste hilfreich, da nicht sicher ist, ob alle Kurse bewilligt werden können.

  • Im Rahmen eines Migrationskurses können auch Alphabetisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Für diese Kurse gelten die gleichen Förderbedingungen wie bei den sonstigen Kursen.

  • Die Förderung der Familie steht weiterhin im Vordergrund der Zuwendungsbemühungen. Da außer an Kindertagesstätten auch an Schulen und anderen Einrichtungen Kurse für Kinder angeboten werden, werden die Angebote für deren Eltern ebenso bevorzugt behandelt.

  • Kosten für Testverfahren sind nicht zuwendungsfähig. Soweit Einstiegs- oder Abschlusstests vorgenommen werden, sind diese selbst oder durch die Teilnehmer zu finanzieren. 

  • Mietausgaben für eigene Räumlichkeiten (im Eigentum oder angemietet) sind nicht förderfähig. Für Räume, die ausschließlich für den Kurs angemietet werden, können Mietausgaben geltend gemacht werden. Ansonsten werden lediglich die entstehenden Nebenkosten berücksichtigt.

  • Um die Evaluation des Kursangebotes verbessern zu können, sind die Anforderungen an den Sachbericht im Verwendungsnachweis konkretisiert worden.

Modellprojekt Intensivsprachkurse mit 200 UE

Im zweiten Halbjahr 2018 fördert das Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz modellhaft Sprachkurse für Erwachsene zur sprachlichen, persönlichen, kulturellen, beruflichen und sozialen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund mit einem Unterrichtsumfang von 200 Unterrichtseinheiten als Intensivkurs. Gefördert werden keine Kurse, die der Alphabetisierung dienen.

Die Kurse sollen als Intensivsprachkurse durchgeführt werden (mindestens 20 h/Woche, maximale Kursdauer 10 Wochen). Die Kurse müssen sich nicht ausschließlich auf die Sprachförderung beschränken. Der Statistikbogen ist in diesem Modellprojekt verpflichtend und ausgefüllt binnen vier Wochen nach Beendigung des Modellprojektes an das Ministerium zu senden. Die weiteren Informationen entnehmen Sie bitte den Förderkriterien Modellprojekt 2018.