Eine glückliche Familie, Vater, Mutter, Bruder und zwei Schwestern starten ihre Zukunft in einem neuen Land. © FatCamera - iStock-Fotografie-ID:876986630

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Zahlen und Fakten

Wie viele Flüchtlinge gibt es in Rheinland-Pfalz?
Rheinland-Pfalz nimmt nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel 4,8 Prozent der Asylsuchenden auf. Nach dem bundesweiten Verteilsystem EASY waren dies 2016 rund 16.000 Flüchtlinge und damit rund 70 Prozent weniger als im Jahr 2015, in dem beinahe 53.000 Menschen Schutz suchten. 2019 waren es rund 6.000 Menschen die Rheinland-Pfalz aufgenommen hat.

Wie werden Flüchtlinge untergebracht?
Neuankommende Flüchtlinge leben zunächst in den Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende (AfA). Die Aufnahmeeinrichtungen befinden sich in Trier, Hermeskeil, Kusel, Ingelheim und Speyer. Seit dem 22. August 2019 besteht die Wohnpflicht für Asylsuchende in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes bis zur Entscheidung BAMF über den Asylantrag und für Ausreisepflichtige nach Abschluss des Asylverfahrens bis zu 18 Monaten, in einigen Fällen auch darüber hinaus. Für Familien mit minderjährigen Kindern ist die Wohnpflicht auf maximal 6 Monate begrenzt.

Wann werden Asylsuchende auf die Kommunen verteilt?
Nach einem positiven Bescheid, in der Regel nach 6-8 Wochen werden Asylsuchende aus der Erstaufnahmeeinrichtung in eine Kommune verteilt. Danach sind die Kommunen für die Aufnahme, Unterbringung und Betreuung der Asylbegehrenden zuständig ist. Jede Gebietskörperschaft muss entsprechend ihrer Bevölkerungsgröße anteilig Asylbegehrende aufnehmen. Je nach der Situation auf dem örtlichen Wohnungsmarkt werden die Asylbegehrenden in einer Wohnung oder in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht. Die kommunalen Behörden entscheiden hierüber eigenständig.

Wohnungen oder Gemeinschaftsunterkünfte?
Die Kommunen entscheiden selbst, ob sie Asylsuchende in Wohnungen oder in Gemeinschaftsunterkünften unterbringen. Vom Land gibt es dazu keine Vorgaben. Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne) ist dafür, die Menschen in Einzelwohnungen unterzubringen, um eine schnellere Integration zu erreichen. Gerade in größeren Städten wie Ludwigshafen oder Mainz mit einem angespannten Wohnungsmarkt ist das aber schwierig.

Was kostet ein Flüchtling?
Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten, da schon die Mieten für Wohnungen in Ballungszentren hoch und auf dem Land deutlich niedriger sind. Das Land zahlt den Städten und Gemeinden für die Unterbringung pro Monat und Asylsuchendem eine Pauschale von zurzeit 848 Euro.

Wie lange dauern Asylverfahren?
Die durchschnittliche Verfahrensdauer liegt derzeit bei sieben bis acht Monaten. Für Menschen aus den sogenannten sicheren Herkunftsstaaten wie dem Kosovo oder Serbien will das Land die Anträge künftig innerhalb von zwei Wochen bearbeiten. Legen die Asylsuchenden Widerspruch ein, kann mit einer endgültigen Entscheidung nach rund sechs Wochen gerechnet werden. Die meisten abgelehnten Asylbewerber reisen übrigens freiwillig aus.

Quelle: Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz