Rheinland-pfälzischer Landeswettbewerb 2018 zum Bundesentscheid 2019 Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ - Ergebnisse im Gebietsentscheid 2018 für die Region Trier

Trier/Rheinland-Pfalz – Der Gebietsentscheid in der Region Trier im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2018 ist abgeschlossen.

Das Ergebnis, welches von der 6-köpfigen Fachjury des Gebietes Trier festgestellt wurde, wurde heute von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion bekanntgegeben.

Einen herausragenden ersten Platz konnte die Ortsgemeinde Bettingen (Eifelkreis Bitburg-Prüm, VG Bitburger-Land) in der Hauptklasse erzielen. Zweiter Sieger wurde die Ortsgemeinden: Schalkenmehren (LK Vulkaneifel, VG Daun) gefolgt von Zeltingen-Rachtig (VG Bernkastel-Wittlich, VG Bernkastel-Kues) als dritter Sieger.

In der Hauptklasse sind die Ortsgemeinden und die Gemeindeteile zusammengefasst, die sich zum ersten Male am Wettbewerb beteiligen oder in früheren Wettbewerben noch nicht im Gebietsentscheid waren.

Die Ortsgemeinde Dudeldorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm, VG Bitburger-Land) wurde erst platziert in der Sonderklasse, in der die Gemeinden zusammengefasst sind, die in früheren Jahren bereits im Gebietsentscheid waren. Auf Platz 2 folgt die Ortsgemeinde Waldweiler (LK Trier-Saarburg, VG Kell am See).

Die vorgenannten 5 Siegergemeinden aus dem Gebiet Trier nehmen am Landesentscheid teil, der im August startet. 

Hauptklasse:

1. Platz: Ortsgemeinde Bettingen

Die in der Verbandsgemeinde Bitburger Land gelegene Gemeinde Bettingen mit der-zeit 1286 Einwohnern betreibt seit 1992, u. a. mit Mitteln der Dorferneuerung, eine sehr erfolgreiche Dorfentwicklung. In Ergänzung hierzu nimmt Bettingen an der vom Eifelkreis Bitburg-Prüm durchgeführten Initiative „Dorf-Check“ teil.

Die Ortsgemeinde zeichnet sich durch hervorragende Infrastruktureinrichtungen wie Krippe, Kindergarten, Grundschule, Feuerwehr, Nahversorgung, Ärztehaus bis hin zum vorbildlich integrierten betreuten Wohnen aus. Das Zusammenwirken von Gemeinde und privaten Investoren ergab in der Vergangenheit das notwendige Potential im Sinne der angestrebten Entwicklungsziele.

Die Ortsgemeinde Bettingen ist sich in ihrer Vorbildfunktion für die hervorragende Gestaltung der öffentlichen Räume sowie der Grüngestaltung durch frühzeitige innerörtliche Bepflanzungsmaßnahmen als auch der Materialität im Bereich der Freiflächengestaltung bewusst und trägt somit dazu bei, dass dies im privaten Bereich vermehrt Einzug hält.

Preisgekrönte architektonische Einzelvorhaben gilt es in diesem Zusammenhang besonders zu erwähnen.

Durch die konsequente über Jahre andauernde konzeptionelle Vorgehensweise im breitgefächerten Gebiet der Dorfentwicklung und Inwertsetzung ist es Bettingen kontinuierlich gelungen, einen nachhaltigen, zukunftsfähigen und sehr wertigen Ort zu gestalten.

Die vielfältigen Vereinsaktivitäten für alle Generationen als auch die vielfältigen Möglichkeiten für Jung und Alt, aber auch privat gesteuerte Zusammenkünfte, runden das kulturelle und soziale Angebot in der Gemeinde vorbildlich ab. 

2. Platz: Ortsgemeinde Schalkenmehren

Das in der Vulkaneifel gelegene Maaredorf Schalkenmehren mit rd. 630 Einwohnern ist anerkannter Erholungsort und darüber hinaus erhielt 2015 die Region die Auszeichnung offizieller UNESCO Global Geopark. Der Ort bietet den Bewohnern und den zahlreichen Urlaubern eine Vielzahl von Freizeit-, Sport und Erholungsmöglichkeiten, wie ein Naturfreibad am Schalkenmehrener Maar, Gastronomiebetriebe, Campingplatz bis hin zum 4 Sterne Superior Hotel an.

Besonderer Wert wird in Schalkenmehren auf die Innenentwicklung gelegt. Dies gelingt in Form von Lückenschließungen und Bestandskartierungen d. h. konsequenter Vorrang gegenüber der Außenentwicklung und der Ausweisung neuer Bauflächen, um den Ortskern weiter zu stärken. Es wird der Leitsatz gelebt: „Altes erhalten, Neues gestalten“. Abgerundet wird der äußere Eindruck durch eine Vielzahl von gut gestalteten ländlich geprägten Gartenflächen mit einer Vielzahl von Pflanzenarten und mit guter Vernetzung zwischen privaten und öffentlichen Freiräumen. Hierbei gilt es insbesondere den Färbergarten zu erwähnen, welcher mit dem aktuellen Dorferneuerungsprojekt Erweiterung und Sanierung der „Alten Schule“ mit Webereimuseum in Verbindung mit der Kirche als neue Ortsmitte projektiert werden soll. 

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die in der Gemarkung gelegene imposante Sternwarte, in der eine Künstlerkolonie bemüht ist, diese künstlerische Zwecke zu erschließen.

Die in herausragender Lage von Schalkenmehren mit einzigartiger Schönheit der Landschaft mit Maaren, Wiesen, Weiden und Wäldern ist durch ein sehr gut ausgebautes Wander-und Radwegenetz touristisch, aber auch für die Bewohner bereits erlebbar.

Die Ortsgemeinde möchte sich nach eigener Aussage nun auf den Weg machen, um mit Hilfe einer Dorfmoderation das in die Jahre gekommene Dorferneuerungskonzeptes fortzuschreiben, um eine optimale Vernetzung zwischen den vorherrschenden touristischen Besonderheiten und der Wohngemeinde zu erreichen. 

3. Platz: Ortsgemeinde Zeltingen-Rachtig

Die Moselgemeinde Zeltingen-Rachtig im Landkreis Bernkastel-Wittlich hat derzeit mit seinen beiden Ortsteilen rd. 2.300 Einwohner. 

Durch die begünstigte Lage im Moseltal verfügt das Dorf über eine qualitativ hochwertige touristische Infrastruktur. Dies wird insbesondere durch die Tatsache belegt, dass jährlich rund 150.000 Übernachtungen zu verzeichnen sind. Der Tourismus hat somit für den Ort eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung. Neben sehr guten Weinbaubetrieben verfügt die Moselgemeinde über eine intakte Infrastruktur mit neuem Kindergarten, Grundschule, Ärtze, Apotheke und eine Vielzahl von Nahversorgungsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf.

Konzeptionell ist Zeltingen-Rachtig auf einem guten Stand der Dorfentwicklung. Als anerkannte Investitions- und Schwerpunktgemeinde wurde 2014 das Dorferneuerungskonzept fortgeschrieben und im Anschluss wurde die Aufstellung eines Leerstandmanagementkonzeptes beschlossen, um drohende Leerstände frühzeitig zu erkennen und hier entsprechende Gegenmaßnahmen zu erarbeiten.

Der Weinort verfügt über eine sehr hochwertige und teilweise unter Denkmalschutz stehende Altbausubstanz. Die Gemeinde hat bereits früh erkannt, dass Tourismus, Gastronomie und Ortsentwicklung ein qualitätvolles Ortsbild benötigen, welches durch viele gute und behutsame Restaurierungen bereits vorbildlich umgesetzt wurde. Hier ist insbesondere der historische Marktplatz hervorzuheben auf dem einmal im Jahr die mittlerweile weit bekannte Moseloperette „Zeltinger Himmelreich“ mit Laienschauspielern aus der Ortsgemeinde durchgeführt wird. Des Weiteren ist ein sehr guter Ansatz eines ortsansässigen Gastronomen gelungen, historische Gebäude, welche im räumlichen Zusammenhang stehen, in hochwertige Ferienwohnungen umzugestalten.

Die besonders reizvolle Landschaft ist durch intensive weinbauliche Nutzung und das Moseltal geprägt. Als Besonderheit ist hier der geschaffene experimentelle Sortengarten auf einer ehemaligen Weinbergsfläche hervorzuheben, welcher zum einen ehrenamtlich unterhalten und zum anderen einen Anziehungspunkt zum touristisch stark frequentierten Moselsteig darstellt.

Sonderklasse:

1. Platz: Ortsgemeinde Dudeldorf

Die am östlichen Rand der Verbandsgemeinde Bitburger Land gelegene Gemeinde Dudeldorf mit rund 1.260 Einwohnern betreibt seit über 25 Jahren u. a. mit Mitteln der Dorferneuerung und der Städtebauförderung eine sehr erfolgreiche Dorfentwicklung. 

Der vielfach ausgezeichnete Ort mit seinem historischen Ortskern mit Burg, Stadttoren und der in großen Teilen vorbildlich sanierten Bausubstanz hat es mehrfach geschafft, die Diskrepanz im eng bebauten Ortskern konzeptionell aufzuwerten, indem neben dem Thema Wohnen insbesondere touristische Nutzungen mit Ferienwohnungen und Café etc. Umsetzungen finden.

Durch konsequente konzeptionelle Vorgehensweise hat die Ortgemeinde vorbildlich in den Bereichen Tourismus, Gewerbe- sowie Innenentwicklung punkten können und somit den Sieg im diesjährigen Wettbewerb erreicht. 

So werden aktuell die sozialen Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten/Krippe, Schule, konsequent gestärkt und weiter ausgebaut bzw. ehrenamtlich gefördert. Besondere jährliche Highlights in der Ortsgemeinde sind der am 1. Adventswochenende stattfindende historische Weihnachtsmarkt und das im Burgbering stattfindende Trecker-Kino. Beide Veranstaltungen erfreuen sich mit stark wachsenden Besucherzahlen.

2. Platz: Ortsgemeinde Waldweiler

Die im Hochwald gelegene Schwerpunktgemeinde Waldweiler mit 850 Einwohnern betreibt aktuell eine mit reger Bürgerbeteiligung stattgefundene Dorfmoderation sowie die Fortschreibung des in die Jahre gekommenen Dorferneuerungskonzeptes. Besonderes Schwerpunktthema ist die Begrünung des Straßenraumes und der privaten Hof- und Fassadenflächen mit vorgesehenen Neuanpflanzungen von 125 Bäumen innerorts, welche eine neue ökologische Qualität hervorrufen wird.

Neben dem hervorragend gepflegten sowie der bewussten Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen Landschaftsraum sind drei spannungsreiche und in Teilen einzigartige innerörtliche Besonderheiten hervorzuheben:

Zum einen das ehemalige unter Denkmalschutz stehende Schulgebäude von 1912, welches aktuell aus Mitteln der Dorferneuerung zum dörflichen Anziehungspunkt mit Begegnungscafé und im Obergeschoss mit barrierefreiem Wohnraum ausgestattet 

wird, zum anderen der innerörtlich gelegene und sehr schön gestaltete Dorfpark mit Spielanlagen und kleinem Naherholungssee sowie als dritte Besonderheit die über die rheinlandpfälzischen Grenzen hinaus bekannte wertvolle Kirche St. Willibrord, welche 1973 nach Plänen des Architekten Heinz Bienefeld als Ziegelbau auf einem vieleckigen Grundriss errichtet wurde.

Insgesamt befindet sich Waldweiler auf einem sehr guten Weg. Zukünftig sollte ein besonderes Augenmerk auf die gestalterische Qualität der Neubauten bzw. die Umgestaltung von bestehenden Gebäuden gelegt werden.

Die fünf Siegergemeinden sind dicht gefolgt von den weiteren Teilnehmern des Landeswettbewerbs im Gebietsentscheid Trier (alphabetische Reihenfolge):

In der Hauptklasse: 

Berschweiler 

Eisenach 

Föhren 

Konz-Könen 

Nasingen 

Üersdorf-Tettscheid (OT)

In der Sonderklasse: 

Kronweiler

Gerne hätte die Jury weitere Gemeinden bei deren hohen Leistungsdichte in den Landesentscheid entsandt. Dies war jedoch auf Grund der diesjährigen Anzahl der teilnehmenden Gemeinden auf 3 Gemeinden in der Hauptklasse und auf 2 Gemeinden in der Sonderklasse begrenzt.

In der Region Trier haben insgesamt 25 Gemeinden teilgenommen; von diesen Gemeinden haben sich 12 Gemeinden (9 HK und 3 SK) für den Gebietsentscheid qualifiziert. 

Der nächste Bundesentscheid findet 2019 statt. Die Teilnehmer am Bundesentscheid 2019 werden aus den Siegern der Haupt- und Sonderklassen der Landeswettbewerbe 2017 und 2018 ausgewählt.

Allgemeine Informationen zum Wettbewerb:

Grundlage für die rheinland-pfälzischen Landeswettbewerbe 2017/2018 „Unser Dorf hat Zukunft“ sind die Richtlinien mit Wirkung vom 1. Januar 2017.

Jede Gemeinde mit bis zu 3.000 Einwohnern hat die Möglichkeit, am Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teilzunehmen und im Kreis-, Gebiets-, Landes- und Bundesentscheid Auszeichnungen entgegenzunehmen.

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist in besonderem Maße dazu geeignet, die Menschen zu motivieren, Perspektiven für das Dorf und die Region zu entwickeln und nachhaltig zu gestalten. Von den vielfältigen Effekten gemeinsamer Anstrengungen und Erfolge können letztendlich alle Wettbewerbsteilnehmer profitieren. Schon die Entscheidung am Wettbewerb teilzunehmen, ist ein großer Gewinn für das Dorf. 

Der Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wurde auf Kreisebene in 141 Gemeinden (72 Gemeinden in der Hauptklasse / 69 Gemeinden in der Sonderklasse) in den Gebieten Trier, Koblenz und Neustadt a.d.W. durchgeführt.

Die Bereisung der Ortsgemeinden, die sich für den Landesentscheid qualifiziert haben, beginnt ab Montag, den 06. August 2018 in der Hauptklasse und ab 20. August 2018 in der Sonderklasse.