Landesverdienstmedaille an Josef Wintringer verliehen

Josef Wintringer aus Steinbach am Glan befasst sich seit vielen Jahren mit heimatgeschichtlichen Themen, insbesondere mit der geschichtlichen Aufarbeitung und Dokumentation der jüdischen Vergangenheit seiner Heimatgemeinde Steinbach am Glan, die mehr als 200 Jahre Zentrum der jüdischen Kultusgemeinde im südlichen Teil des Landkreises Kusel war. Auch hält er Kontakt zu den Nachfahren früherer Steinbacher Juden in aller Welt und organisiert Führungen, um so die Erinnerung an die alte Heimat wachzuhalten.

1989 gründete er den Verein „Heimatverein Steinbach am Glan und Umgebung e.V.“, war dort im Vorstand tätig und ist seit 1999 auch dessen 1. Vorsitzender. In dieser Funktion setzt er sich unermüdlich für das im Jahr 2000 eröffnete Jüdische Museum in Steinbach am Glan, das vom Heimatverein betreut wird, ein. Das Museum spiegelt das frühere jüdische Leben in der Region wieder. Mit der in einem gemeindlichen Gebäude befindlichen Dauerausstellung wird die historische Entwicklung der jüdischen Kultusgemeinde Steinach, die über eine Synagoge, einen Friedhof und eine eigene Schule mit Ritualbad verfügte, dokumentiert. Der 84jährige ist ständig bemüht, die Ausstellung zu komplettieren und das öffentliche Interesse an der überregional bedeutsamen Dokumentation des jüdischen Lebens in der Region durch Sonderausstellungen, Vorträge, Vorlesungen und Führungen wach zu halten. Daneben engagierte er sich auch 40 Jahre lang bei der Unterhaltung des jüdischen Friedhofs in der Gemeinde.

„Ihr Engagement demonstriert wie wichtig und unverzichtbar die Erinnerungsarbeit, gegen das Vergessen und für das Brückenbauen, ist. Der Mehrwert, der durch Ihr ehrenamtliches Wirken erreicht wird, ist für die Gesellschaft deutlich spür- und sichtbar und hinterlässt international Spuren. So ist es mir eine besondere Freude, Ihnen heute als Anerkennung, gleichsam als Dank der Gesellschaft namens der Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz zu überreichen“, so ADD-Präsident Thomas Linnertz bei der Ordensverleihung.